Dienstag, 3. Januar 2012

Aufarbeitung

3. Januar 2012
Pressemitteilung des niedersächsischen Sozialministeriums

Hannover. Der Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975" hat zum 1. Januar seine Arbeit aufgenommen. Der Fonds ist mit 120 Millionen Euro ausgestattet. 40 Millionen Euro stammen vom Bund, die westdeutschen Bundesländer und Berlin steuern zusammen ebenfalls 40 Millionen Euro bei, die beiden Kirchen jeweils 20 Millionen Euro. Der Anteil Niedersachsens beträgt 4,54 Millionen Euro.


„Nachdem wir in Niedersachsen insbesondere in punkto Akteneinsicht, Archivzugang und Beratungsangeboten schon weit vorangekommen sind, machen wir mit dem Fonds jetzt einen weiteren Schritt, um geschehenes Leid aufzuarbeiten", sagt Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan. Diejenigen, die in Heimen zur Arbeit gezwungen wurden, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge gezahlt worden sind, sollen für entgangene Rentenansprüche entschädigt werden. Und wer durch die Heimerziehung an Folgeschäden leidet und besonderen Hilfebedarf hat, der soll ebenfalls Leistungen aus dem Fonds erhalten.

Der Fonds teilt sich auf in einen mit 20 Millionen Euro ausgestatteten Rentenersatzfonds und einen Fonds für Folgeschäden aus Heimerziehung mit 100 Millionen Euro.

Eine Liste der regionalen Anlauf- und Beratungsstellen Niedersachsens finden Sie im Anhang. Dort können sich Menschen beraten lassen, die als Kinder oder Jugendliche in den Jahren 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland in einer vollstationären Einrichtung zum Zweck der öffentlichen Erziehung untergebracht waren. Anträge können bis zum 31. Dezember 2014 gestellt werden.

Die Geschäftsstelle der Fondsverwaltung wird beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) eingerichtet.

Ausführliche Informationen zum Fonds, zur Antragstellung und zu den Zuständigkeiten der Beratungsstellen unter www.fonds-heimerziehung.de .

Kommentare:

Ehemaliges Heimkind Hannover Stephansstift - Kronsberg u. Burgdorf - Backhausenhof hat gesagt…

Es bleibt ein Trauerspiel. Wiedergutmachung für perversen Missbrauch ( seelische + psychische) und Misshandlungen ? Fehlanzeige ! Auf den wirklichen Schweinereien bleiben die Betroffenen sitzen. Bin mal gespannt, wie die "Entschädigung" für gesundheitsgefährdende Zwangsarbeit sowie Winterarbeit auf dem Felde ohne Handschuhe beim Grünkohl ernten und ähnliche Schikanen bei der Sommerarbeit auf dem Felde ohne Getränke etc. aussehen soll !

Ehemaliges Heimkind Hannover Stephansstift - Kronsberg u. Burgdorf - Backhausenhof hat gesagt…

Es bleibt ein Trauerspiel. Wiedergutmachung für perversen Missbrauch ( seelische + psychische) und Misshandlungen ? Fehlanzeige ! Auf den wirklichen Schweinereien bleiben die Betroffenen sitzen. Bin mal gespannt, wie die "Entschädigung" für gesundheitsgefährdende Zwangsarbeit sowie Winterarbeit auf dem Felde ohne Handschuhe beim Grünkohl ernten und ähnliche Schikanen bei der Sommerarbeit auf dem Felde ohne Getränke etc. aussehen soll !